Die Moppedwerkstatt

Die Moppedwerkstatt

Um was geht es?

Hier findet Ihr in loser Folge aktuelles, belangloses oder interessantes zur Moppedwerkstatt.

Vorsätze und so

MoppedwerkstattPosted by Martin Sun, December 24, 2017 12:53:03

Jetzt ist ja schon wieder Weihnachten bzw Sylvester, traditionell die Zeit um gute Vorsätze für das kommende Jahr oder gleich die gesamte persönliche Zukunft zu fassen. Da will ich natürlich nicht außen vor bleiben :-)

Das ganze Jahr über komme ich ja kaum dazu mir Gedanken zu machen wie ich manche Dinge – vor allem in der Werkstatt – ändern kann. Ich sehe immer nur, das ich fast in Arbeit ersticke, die Umsätze steigen, die Erträge aber nicht.

Jetzt könnte man ja sagen, solange ich an meiner Spaß habe ist alles gut. Ist es aber nicht, und ich habe eine Weile gebraucht um zu erkennen warum nicht. Ich habe vor ein paar Monaten über Facebook einen Schrauber kennengelernt, der komplett in seiner Arbeit aufzugehen scheint. Der schickt mir gerne mal Abends noch Bilder von dem, was er gerade schraubt. Auch mal so Dinger, bei denen ich froh bin das sie bei ihm stehen und nicht bei mir…

So wie der war ich auch mal, vor ein paar Jahren.

Ich habe überlegt, was dazwischen passiert ist und kam dann drauf: der ist angestellt. Ihm kann das egal sein, ob er nun eine Stunde mehr oder weniger ertragreich arbeitet. Bei mir muss jede Minute eigentlich Kohle bringen. Wenn man das im Hinterkopf hat (haben muss) bleibt der Spaß an vielen Dingen schnell auf der Strecke. Mal eine Stunde in irgendwas investieren das dann nicht bezahlt wird geht schlicht nicht mehr, wenn der komplette Ertrag einer Werkstatt von einer Person alleine erwirtschaftet werden muss. Auch deshalb stehe ich so auf die Tage, wenn meine Aushilfe da ist. Da kann ich einfach mal ein paar Minuten mehr meditativ Dichtung kratzen als sonst, weil er in der Zeit Dinge weiter macht die Strom, Miete, Müllabfuhr… finanzieren.

Kurz gesagt, der Spaß bleibt schnell auf der Strecke, wenn man davon leben muss was man tut.

Ein anderer Facebook-Freund hat neulich den Anstoß gegeben endlich mal einen Punkt umzusetzen, den ich schon lange vor mir her trage: ich mache in Zukunft nichts mehr, was ich nicht abrechnen kann.

Damit meine ich jetzt nicht so Serviceleistungen wie mal eben eine Kette spannen wenn ein Kunde auf den Hof kommt, einen Schluck Öl nachfüllen zwischendurch oder „Kannst Du mal eben hören, da ist so ein Geräusch“ oder so was. Sondern solche Dinge wie „Mei 50erle lauft nemme recht, ´s ko aber net viel sein“. Das bedeutet nämlich eigentlich IMMER, das ich ewig mit der Fehlersuche zubringe, am Ende irgendwas bei acht Stunden abrechnen müsste (plus Teile natürlich), alles über drei Stunden aber schon ein wirtschaftlicher Totalschaden ist. Das sage ich dann dem Kunden, der schluckt und meint in neun von zehn Fällen „Dann hole ich das Ding wieder ab“. Das dauert dann gerne mal Wochen….

Deshalb ab 2018: Keine Fehlersuche mehr bei 50er Rollern, das rechnet sich nicht. Und nein, das rechnet sich auch nicht bei nicht-China-Fahrzeugen, da ist das nämlich kein Stück besser.

Ich hatte neulich ein längeres Gespräch mit einer Anwältin, die glaube ich ähnlich gestrickt ist wie ich. Wir kamen zu dem Schluss das sich „soziale Ader“ und „wirtschaftlichen Ertrag erzielen“ nur sehr schwer vereinbaren lassen.

Ich versuche das weiterhin, nur das der soziale Zweck in Zukunft öfter mal ich selber bin :-)

Aber insgesamt bin ich zuversichtlich, das ich auch in 2018 bei der Arbeit in der Moppedwerkstatt deutlich mehr Spaß habe als Ärger. Das mit dem „nicht mehr ärgern“ klappt ja mit zunehmenden Alter immer besser, wenn ich dann in ein paar wenigen Jahren in Rente gehe verlasse ich die Werkstatt sicher als glücklicher Mensch :-)

Ich wünsche Euch allen ein frohes Fest und einen guten Start in das Jahr 2018. Vor allem: bleibt gesund!



Gedanken auf dem Weg zur Arbeit

MoppedwerkstattPosted by Martin Wed, December 06, 2017 10:49:36

Immer wenn man denkt man hätte schon alles gesehen kommt noch eine Überraschung. Ich nehme morgens auf dem Weg in die Werkstatt in der Regel die „schöne“ Strecke am Neckar entlang. Da kann ich prima vor mich hinträumen, außer auf den kurzen Abschnitten in Hessigheim und vor allem Mundelsheim (Mundelsheim ist ganz offenbar führerscheinfreie Zone. Im Schnitt zweimal die Woche kommt aus irgendeiner Seitenstraße jemand raus und fährt stumpf auf die Vorfahrtstraße, völlig egal wie die Verkehrssituation da gerade ist). Die Alternativstrecke ist zwar ein wenig kürzer, aber dafür auch sehr viel verkehrsreicher und deshalb spare ich mir das meistens.

Jedenfalls, heute früh rolle ich entspannt die ziemlich abschüssige Straße nach Besigheim rein als die Ampel auf rot springt. Und neben mir macht auf dem Radweg (!) ein Radfahrer eine Vollbremsung weil auch seine Ampel rot wird. Und das obwohl in der Querstraße noch nicht einmal ein Auto zu sehen ist. Und dann bleibt der Radfahrer auch noch tatsächlich stehen bis seine Ampel wieder auf grün springt.

Bis heute früh war ich sicher, so ein Szenario kommt nur in Propagandafilmen des ADFC vor, weil Radfahrer normalerweise Ampeln nach meiner Erfahrung gar nicht registrieren. Oder bestenfalls als buntes Beiwerk im Straßenverkehr…

Ich habe mich dann gefragt wie ich wohl reagiert hätte als Radfahrer. So alle paar Jahre nutze ich nämlich auch das Fahrrad, und ja: das ist zu selten. Mir fiel dann auf, das ich mich gar nicht erinnern kann mit dem Rad schon jemals (seit ich vor ein paar Jahre wieder eines gekauft habe) in die Situation „rote Ampel“ gekommen zu sein.

Weil Ampeln ja nicht verschwinden sobald ich auf dem Fahrrad sitze habe ich dann folgende Theorie entwickelt: Selektive Wahrnehmung hängt von der aktuellen Situation ab.

So wie zum Beispiel Männer beim Blick in den Kühlschrank die Butter nicht sehen (gut, die gehört da auch nicht rein, aber das ist ein anderes Thema) obwohl sie da ist. Ich selbst habe schon in den Kühlschrank fassen müssen weil ich zwar wusste das die Butter da drin ist, sie aber nicht gesehen habe. Schwarzes Butterloch, sozusagen.

Die Theorie hat noch ein paar Lücken, so erklärt sie zum Beispiel nicht wieso einige wenige Verkehrsteilnehmer entgegen der allgemeinen Tendenz auch beim praktischen Gebrauch ihres Fahrzeuges nicht vergessen wo der Blinker ist. Oder warum ich manchmal sehe wenn meine Fau beim Friseur war, manchmal aber auch nicht. Selbe Situation, selbe Frau, andere Reaktion.

Ich glaube ich werde die bevorstehende ruhige Zeit nutzen um diesem Phänomen mal auf den Grund zu gehen….





Er lebt noch....

MoppedwerkstattPosted by Martin Mon, November 20, 2017 11:20:34

Liebe Freunde der Moppedwerkstatt,

nach laaaaaanger Zeit mal wieder ein Beitrag im Blog.

Alles gut bei Euch?

Der Sommer war einigermaßen anstrengend und hat sehr viel Arbeit mit sich gebracht, da bleiben so Dinge wie der Blog einfach mal liegen. Im nächsten Schritt muss ich mal dafür sorgen, das die viele Arbeit sich auch endlich auf dem Konto niederschlägt ;-)

Hier ist in der Zeit seit dem letzten Eintrag natürlich das ein oder andere passiert, z.B. habe ich mein Ölsortiment von „alles mögliche“ auf die Produkte von Liqui Moly umgestellt (bzw bin noch dabei).

Ich habe ein paar Arbeitsabläufe geändert, mit dem Ergebnis das ich die Telefon- und Öffnungszeiten generell auf Nachmittags gelegt habe und nun in Ruhe morgens schaffen kann.

Kleinigkeiten sind auch neu, alle Post geht jetzt auf Recyclingpapier raus. Ich habe nämlich gelesen, das für herkömmliches Papier die 2,5-fache Menge an Wasser und Energie in der Herstellung anfällt. Und so ein ganz klein wenig Nachhaltigkeit kann man ja ruhig mal anstreben.

Die größte Änderung ist aber, das ich endlich jemand gefunden habe der (zumindest über den Winter) einmal die Woche hier in der Werkstatt aufschlägt und mich unterstützt. Auf diese Weise werde ich hoffentlich die ganzen Langzeitprojekte und Aktionen, bei denen ein 50-Kilo-Motor raus muss, im Frühjahr erledigt haben und kann dann durch die Werkstatt laufen ohne ständig denken zu müssen „Au weia, DAS liegt ja auch noch an“.

Interessant, was man bei der Anmeldung einer Aushilfskraft alles bedenken muss. Ich habe das vorsichtshalber in professionelle Hände gelegt….

Slobo – Ihr erinnert Euch, mein neuer vierbeiniger Mitarbeiter aus dem Tierheim- macht sich auch super. Manchmal hat er allerdings so Anwandlungen das er „seine“ Werkstatt verteidigen will. Kriegen wir auch noch hin.

Das Telefonproblem habe ich noch immer nicht ganz im Griff. Bisher war es ja so, das mein Internet funktioniert hat, dass Telefon aber gerne ohne weitere Meldung mal nicht. Ist doof, wenn ich hier gar nicht erreichbar bin. Seit neuestem fällt auch gerne der Internetzugriff aus. Ich habe den Router mal neu aufgesetzt, wenn es jetzt nicht besser wird muss wohl ein neuer her. Der alte ist ja schon älter als zwei Jahre, und wie sangen schon die Toten Hosen: Nichts ist für die Ewigkeit.

Soweit mal für heute. Ich versuche mich in Zukunft wieder weniger rar zu machen, mal sehen wie es klappt.

Bis dahin….





Zwischendurch

MoppedwerkstattPosted by Martin Mon, July 10, 2017 10:06:25

Nicht das Ihr den Eindruck gewinnt, der Blog der Moppedwerkstatt existiert nicht mehr…

es ist nur ganz einfach so, das ich nicht dazu komme mal ein paar Zeilen zu den aktuellen Geschehnissen rund um die Werkstatt in die Tastatur zu klimpern.

Dabei bewegt mich im Moment so einiges.

Fehlende Wertschätzung des Handwerkes (nicht in meinem speziellen Fall, sondern ganz generell), nicht vorhandene Lobbyarbeit der Motorradindustrie bei der Politik, Preisgestaltung in allen Bereichen des Lebens, Erlebnisse von Unterwegs mit Autofahrern, Motorradfahrern und „Bikern“, alternative Lebensentwürfe, alternative Mobilitätsmöglichkeiten… das sind nur ein paar Themen.

Das fällt mir gerne mal auf dem Weg zur Arbeit morgens ein, aber da kann ich eben nicht tippen. Bis ich dann am Schreibtisch sitze ist die Idee wieder weg. Meistens, weil mich hier jeden Tag ein Haufen Arbeit erwartet, oft verbunden mit Überraschungen. Und irgendwie geht die Arbeit hier dann doch noch vor ;-)

Aber in den ersten drei Augustwochen mache ich Betriebsferien, und der feste Plan ist bestenfalls zum Briefkasten leeren her zu kommen. Mal sehen ob es klappt…

Also, liebe Freunde der Moppedwerkstatt: bleibt mir gewogen (auch wenn es manchmal schwer fällt) und habt Geduld. Demnächst kommt wieder mehr von mir… ganz sicher :-)



Sichtweisen

MoppedwerkstattPosted by Martin Mon, May 08, 2017 18:38:43

Neulich habe ich in einem Facebook-Post darauf hingewiesen, das ich mit Arbeit zugeschüttet werde, nicht mehr hinterher komme und deshalb bis mindestens Christi Himmelfahrt einen Terminstopp habe. Das ich also erst danach überhaupt wieder anfange Termine zu vergeben, weil ich dann (hoffentlich) absehen kann wie ich es zeitlich hin bekomme.

Darauf gab es verschiedene Reaktionen: mehr oder weniger konstruktive Hinweise darauf, das ich Hilfe brauche (wusste ich irgendwie schon…) und wie ich das anstellen könnte.

Und auch einen Hinweis, auf den ich hier eingehen möchte. Da schrieb nämlich Stephan Madener: „Luxusproblem! Dennoch kann dauerhaftes Kundenabweisen irgendwann problematisch werden.“

Jetzt ist Stephan Maderner nicht irgendwer, sondern der Chefredakteur der Zeitschrift „Bike und Business“. Abgesehen davon das es mich ehrt zu wissen, dass er sich die Zeit nimmt auf der Facebookseite einer Ein-Mann-Kapelle wie der Moppedwerkstatt mit zu lesen und sogar zu kommentieren: hier offenbaren sich völlig verschiedene Sichtweisen auf das Verhältnis zum Thema „Mit/am Motorrad seinen Lebensunterhalt bestreiten“.

Ich habe die Bike und Business abonniert, finde mich aber eigentlich nie in irgendeinem Artikel oder einer Sichtweise wieder. Das fängt schon damit an, das Händler durch die Bank nicht „Händler“ genannt werden, sondern „Dealer“. Ich habe grundsätzlich kein Problem mit Anglizismen, aber Dealer finde ich (vorsichtig gesagt) unglücklich, weil negativ konnotiert.

Der Schwerpunkt auf Business zieht sich durch das ganze Heft. Nicht meine Welt. Aber - Gott sei Dank – jeder so wie er mag. Die Zeitschrift funktioniert, also machen die Damen und Herren da wohl nicht viel falsch.

Abgesehen davon: hätten alle Menschen die gleiche Sichtweise und den gleichen Geschmack würden (ganz profan jetzt mal) entweder alle Frauen auf mich stehen, oder keine. Beides wäre sicher nicht lustig :-)

Natürlich bin ich nicht die Caritas, will und muss von dem leben was ich in der Werkstatt tue und weiß daher, das die betriebswirtschaftliche Seite eines jeden Unternehmens immens wichtig ist.
Trotzdem: die rein betriebswirtschaftliche Betrachtung der Aussage „Ich vergebe im Moment keine Termine“ greift deutlich zu kurz. Erstens weise ich die Kunden ja nicht ab. Ich sage lediglich, das ich *im Moment* keine Termine vergebe. Zweitens tue ich das nicht, damit ich Zeit gewinne in der Hängematte zu liegen und Longdrinks zu schlürfen, sondern weil ich einfach die Arbeit nicht bewältigen kann. Kunden sammeln um jeden Preis geht nämlich todsicher nach hinten los: ich kann die berechtigten Ansprüche der Kunden irgendwann nicht mehr erfüllen, und ich kann meine eigenen Ansprüche an meine Arbeit und daran, wie ich die Moppedwerkstatt führe, ebensowenig erfüllen. Am Ende sind alle Seiten unzufrieden: lose-lose, wie heute so schön heißt. Bei den ganzen tollen Tipps zur erfolgreichen Betriebsführung, mit denen man so bombardiert wird sobald man ein Gewerbe betreibt, fällt mir oft auf das eines total vergessen wird: das A und O für einen Erfolg sind zufriedene Kunden. Alles andere resultiert daraus: der Laden läuft, die Kasse stimmt, man ist mit sich zufrieden, es macht Spaß, die Kunden merken das da jemand mit Begeisterung und Herzblut bei der Sache ist und sind zufrieden. Ein Kreislauf.

Und ganz ehrlich: ich betrachte es auch als Auszeichnung, das die Kunden mir die Bude einrennen, obwohl natürlich auch bei mir nicht immer alles klappt.

Von daher sehe ich einen Terminstopp eher postitiv, nicht zuletzt auch als Instrument zur Qualitätssicherung.

Oder sehe ich das falsch? Lasst mir gerne einen Kommentar da :-)



Ostergruß

MoppedwerkstattPosted by Martin Sun, April 16, 2017 12:06:46

Oh, schon wieder Ostern. Wenn früher meine Eltern davon erzählt haben, das im Alter die Zeit immer schneller vergeht, dann habe ich (natürlich nur innerlich, gute Erziehung und so) gelacht. Heute lache ich da nicht mehr. Ich weiß, das sie Recht haben.

Ostern ist regelmäßig auch der Zeitpunkt im Jahr, an dem ich Motorräder weder sehen noch hören will. Schon gar nicht an ihnen arbeiten oder über sie auch nur reden. Dieses Jahr war es besonders anstrengend: 06:00 Uhr geht der Wecker, aufstehen, Werkstatt, zwischen 22:00 und 23:00 Uhr Feierabend, direkt ins Bett, aufwachen, Werkstatt, same procedure again. So hat die Woche vor Ostern ausgesehen, und irgendwann reicht es auch mal. Das es dann zu unvorhergesehen Ereignissen kommt wie: ein Fahrzeug das eigentlich nur für den TÜV da war läuft plötzlich nicht mehr, ein anderes Fahrzeug macht plötzlich Faxen die unerklärlich sind, macht es nicht besser. Selbst wenn man da nur jeweils eine Stunde braucht (im Fall des Rollers, der plötzlich nicht mehr lief, war es deutlich mehr), ist das Zeit die für alles andere fehlt.
Die positiven Erkenntnisse der Woche sind aber erstens: meine Frau liebt mich auch wenn ich mich nicht kümmern kann, und ich habe ganz eventuell jemand gefunden, der hin und wieder zum Schrauben kommt. Mal sehen ob das was wird. Weil ich ganz gegen meine Vorsätze jemanden selber in der Werkstatt schrauben lassen musste (das Mopped musste wieder raus und ich hatte beim besten Willen keine Zeit) konnte ich sehen, das der Mensch weiß wo er wie anfassen muss, damit es klappt. Wir reden noch mal :-)

Ansonsten will ich zum Thema Mopped im Moment nix sehen und hören. Das ist auch der Grund, warum wir jetzt einfach den Camping-Twingo packen und noch zwei Tage Twingo-Camping machen. Slobo wird zum ersten mal dabei sein. Aber nachdem er das Zelten Anfang des Monats super mitgemacht hat sind wir guter Dinge.

Ach ja, weil ich öfter gefragt werde, was Slobo eigentlich für eine Rasse sei, der sehe so nach Golden Retriever aus:
meine Antwort ist jetzt immer, das er ein Scottish Shortleg Retriever ist. Die wurden ursprünglich für die Jagd im schottischen Hochmoor gezüchtet. Und weil es da ja kaum Deckung durch Büsche und ähnliches gibt, brauchten die Jagdhunde dort kurze Beine, um nicht entdeckt zu werden :-)

Ich wünsche Euch allen ein schönes Osterfest, passt auf Euch auf!











Schuster, bleib bei deinen Leisten

MoppedwerkstattPosted by Martin Sun, March 26, 2017 17:14:40

Neulich habe ich zum ersten Mal in meinem Leben bei der Reparatur eines Motorrades aufgegeben. Eigentlich ging es da um nichts Großes, Gabelsimmerringe bei der Upside-Down Gabel einer Ducati. Der Kunde hat gefragt "Kannst Du das? ", ich habe geantwortet "Kein Problem" und mich der Sache angenommen. Auf der Werkbank habe ich dann gesehen, das die Gabel irgendwie anders ist, als die 150 Stück (circa....) die ich bisher in der Mangel hatte. Mir haben in dem Moment schlicht das passende Werkzeug und die Qualifikation gefehlt. Das habe ich dem Kunden dann auch genau so erklärt, und innerhalb von Sekunden wurde aus leichter Verärgerung bei ihm Verständnis, und ich glaube er war ganz froh über die offenen Worte. Ich wollte einfach nicht bei einem Fahrzeug, das fast 300 Km/h läuft, am Fahrwerk irgendwas machen das ich nicht sicher im Griff habe.

Andere sind da deutlich schmerzfreier, wie ich diese Woche mal wieder festgestellt habe. Ich kenne da eine Autowerkstatt (also, eigentlich ist das glaube ich nicht mal offiziell eine Autowerkstatt), die gerne mit dem Aufruf wirbt das man ihren Motorradservice nutzen soll.

Nun bin ich durchaus der Meinung, das man für bestimmte Arbeiten auch bestimmte Qualifikationen mitbringen sollte: die Hauselektrik überlässt man ja nicht ohne Grund nicht dem Bäcker, zum Beispiel.

Immerhin fällt denen das scheinbar auch manchmal auf, weil sie mir nämlich regelmäßig Fahrzeuge vor die Tür stellen wollen, bei denen sie nicht weiter kommen. Ich soll dann sozusagen deren Motorradservice sein. Und das sind jetzt nicht immer Problemfälle, sondern gerne einfach mal Sachen, bei denen ein klein wenig mehr gefragt ist als Diagnosetool lesen können.

Jetzt kamen da drei Dinge auf einmal: eine Yamaha, bei der ein Problem schon mal gleich gelöst war in dem man den Benzinhahn auf Reserve stellt. Der Rest war dann allerdings in der Tat komplizierter: Vergaser raus, zerlegen, ultraschallreinigen und einstellen. Das am Ende noch Ersatzteile gefehlt haben, ich das Mopped aber trotzdem zurückgeben sollte obwohl es nicht richtig lief und es so an den Kunden geht: geschenkt...

Aber am selben Tag noch ein Roller, bei dem der passende Antriebsriemen nicht montiert werden konnte, und eine telefonische Anfrage wie man eine Upside-Down Gabel zerlegt (deswegen komme ich überhaupt auf das Thema).

Das sind drei Dinge innerhalb ein paar Stunden, die mich echt ratlos zurücklassen: warum nimmt man als Werkstatt Aufträge an, wenn man von der Materie keine Ahnung hat? Leute, da können Menschen sterben. Eine Motorradreparatur ist nicht immer Pille-Palle. Lieber ein paar Euro weniger in der Kasse, aber dafür ein ruhiges Gewissen.

Und warum bringt man als Kunde sein Motorrad nicht gleich zu einer Fachwerkstatt?? Muss ja nicht die Moppedwerkstatt sein.

Klar, es gibt gibt überall so'ne und solche, aber ganz grob lässt sich sagen: wer sein Motorrad zur Reparatur in eine Motorrad(fach)werkstatt bringt, KANN Pech haben und hin und wieder jemanden erwischen, der keine Ahnung von der Sache hat.

Wer sein Motorrad zur Reparatur in eine Autowerkstatt bringt, KANN hin und wieder Glück haben und jemanden erwischen, der weiß was er tut.

Ihr seht den Unterschied...

Ich werde jedenfalls auch weiterhin kein Quads reparieren. Oder das ganze Kreidler/Zündapp/Hercules Zeug aus den 70ern. Oder Piaggio Ape. Einfach, weil ich da erstens keine Ahnung von habe, und zweitens auch gar nicht die Zeit (und ehrlich: auch nicht die Lust) mir die Ahnung ¨drauf zu schaffen¨.

Wenn alle immer nur das tun bzw dem Kunden verkaufen würden, was sie beherrschen, dann hätten die KFZ- und Motorradwerkstätten einen deutlich besseren Ruf....





Tiere und so

MoppedwerkstattPosted by Martin Thu, February 16, 2017 10:02:03

Jawoll…. Wir haben es geschafft. Dieses Jahr werden hoffentlich keine kleinen Meisen hinter der Blechaußenverkleidung der Moppedwerkstatt sterben. Wir haben endlich die Brutkästen aufgehängt und dafür die Löcher in der Außenwand verschlossen. In den letzten Jahren war es nämlich so, das irgendwann im Frühjahr die Meisen kamen und im Zwischenraum der Verkleidung ihre Eier gelegt haben. Dann sind die Jungen geschlüpft und entweder aus dem Nest gefallen und vor der Werkstatt gestorben (wir konnten sie ja nicht zurück setzen, ohne die ganze Außenwand zu demontieren), oder wurden gleich hinter der Blechwand gebraten, wenn die Sonne da so richtig drauf brannte :-(

Jetzt hoffen wir nur, das die Meiseneltern wenigstens so viel Hirn haben zu erkennen, das sie nichts selber bauen müssen.


Schön wäre auch, wenn die Eidechsen sich mal wieder sehen ließen. Aber seit ich die Pflanzsteine gegen Blumenkübel getauscht habe gefällt es denen wohl nicht mehr vor der Werkstatt. Mal sehen, vielleicht baue ich da noch was :-)

Dann noch ein paar Worte zu Slobo: Wir lernen uns immer besser kennen. Inzwischen klappt auch Autofahren ganz gut. Seit er vom Fußraum umgezogen ist und den ganzen hinteren Bereich im Twingo bewohnt übergibt er sich nicht mehr bei jeder Fahrt. Eigentlich bei gar keiner Fahrt mehr, seitdem.

Inzwischen wissen wir auch, das er keine sieben Monate alt sein kann. Die Tierärztin schätzt ihn auf etwa zwei Jahre. Hätte ich auch selber drauf kommen können, mit sieben Monaten hat kein Hund ein ausgewachsenes Gebiss….

Aber umso besser, eigentlich wollten wir ja auch keinen ganz jungen Hund. Bis auf „Hündin“ und „nicht aus einer Tötungsstation im Ostblock“ erfüllt er also inzwischen alle Kriterien, die wir hatten :-)

Ich würde gerne mal bei ihm Gedanken lesen können, bzw ihn fragen, was er so erlebt hat. Er ist sicher kein reiner Straßenhund, dazu funktionieren viele Dinge nach der kurzen Zeit bei uns zu gut.

Er hat ein paar interessante Macken: zu einer Tür rein gehen funktioniert inzwischen gut. Das Haus oder die Werkstatt verlassen geht fast nur an der Leine. Er bewegt sich bis zur Tür, bleibt dann stehen und geht keinen Schritt mehr, bis man ihn anleint. Vor der Tür ist dann alles wieder easy, Leine ab und los geht es.

An der Leine laufen war von vornherein gar kein Problem, ziehen oder so kennt er nicht. Das kommt sicher nicht von den vier Wochen beim Tierschutzverein Schlatthof…

Außerdem geht ohne Leine laufen auf dem Feld extrem gut. Jagttrieb bisher gleich null, von Katzen mal abgesehen. Aber mit seinen kurzen Beinen wird er eh keine Hetzjagden veranstalten :-)

Wenn ich ihn rufe, weil zum Beispiel ein Auto oder Radfahrer kommt, dann kommt er zu mir, setzt sich neben mich und wartet bis ihm sage das es weiter geht. Da wir ihm außer seinen Namen und „komm her“ noch nichts wirklich versucht haben beizubringen muss er das aus einem früheren Leben haben.

Ab März gehen wir in die Hundeschule im Nachbarort. Haben wir uns neulich angesehen und fanden es sehr gut. Ich hoffe das ich mich aufraffen kann zu dieser Agility-Geschichte, Slobo hätte sicher Spaß.

A propos Spaß: neulich habe ich ihn mal in den Beiwagen gesetzt. Ich glaube, das dauert noch bis ich den Motor auch starten kann und er mit fährt. Aber wir haben ja noch ein paar Jahre miteinander, hoffentlich...















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