Die Moppedwerkstatt

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Hier findet Ihr in loser Folge aktuelles, belangloses oder interessantes zur Moppedwerkstatt.

RD 200

Meine MoppedsPosted by Martin Thu, November 10, 2016 14:19:13

Dann will ich mal mit dem ersten „richtigen“ Motorrad in meiner Sammlung anfangen: Yamaha RD 200.

Ihr werdet noch sehen, das ich ein gewisses Faible für die Marke mit den Stimmgabeln habe :-)

Die RD 200 hatte die Wahnsinnsleistung von 17 PS, offiziell. Natürlich war die Drossel draußen, und das Teil hatte 21 PS, wenn ich mich recht erinnere. Eine Besonderheit der RD war die Kurbelwelle. Wir reden ja hier von einem Zweizylinder-Zweitaktmotor. Die Kurbelwelle war nicht aus einem Stück, sondern bestand praktisch aus zwei einzelnen, in der Mitte mittels einer Vielzahnverbindung zusammengesteckten Wellen. Meine RD hieß im Bekanntenkreis „das Kieswerk“, weil diese Verzahnung ein wenig ausgeschlagen war und entsprechende Geräusche von sich gab.

War mir alles egal, ich hatte ein Motorrad.

Eines Tages saß die ganze Clique in der Pizzeria und hat den Sommerurlaub besprochen. Das Ergebnis war jedenfalls, das meine damalige Freundin und ich mit der RD 200 quer durch Österreich und Jugoslawien nach Thassos gefahren sind. Unterwegs habe ich gelernt, das sich auch Hauptdüsen im Vergaser losvibrieren können. Einer von mehreren Stopps auf der Tour. Auf Thassos selber hat sich die Kupplung verabschiedet und ich bin aufs Festland (per Anhalter, auch eine Geschichte für sich) Teile besorgen.
In dem Urlaub habe ich übrigens auch gelernt, das so ein Sturzhelm durchaus sinnvoll ist. Irgendwo auf Thassos gibt es eine lange Gerade, leicht abschüssig. Ich war natürlich ohne Helm unterwegs, damals ging das in Griechenland noch. Ungefähr im gleichen Moment, als der Tacho zum ersten mal die 120 Km/h-Markierung überschritten hat, ist irgendein großes Insekt auf meiner Stirn zerschellt. So etwas tut sauweh...

Die Kupplung hat dann genau bis zwischen Katschberg- und Tauerntunnel gehalten. Wir durften bei der Autobahnmeisterei übernachten und einen Blick in die Zentrale werfen. Beeindruckend, jeder Meter in den Tunnels ist kameraüberwacht. Wir sind dann per Autostopp und Bahn heim, auch das eine Geschichte für sich. Drei Wochen später kam das Mopped mit dem ADAC hinterher.

Ich habe dann die Kupplung repariert und bei der Gelegenheit auch gleich das Rasseln minimiert: Motor zerlegt, Kurbelwelle getrennt, aus einem Stück Stahl mit Hilfe einer Feile einen Haufen Feilspäne gemacht, das dann mit Metallkleber vermengt und damit dann die Verzahnung verklebt. Hat eine ganze Weile gehalten... Wie sagt meine Mutter immer: "Man kann ruhig doof sein, man muss sich nur zu helfen wissen." :-)

Irgendwann habe ich die RD dann verkauft, ich hatte nämlich eine SR 500 in Aussicht. Von der erzähle ich demnächst mal...